Unsere Geschichte

360 Jahre Schneidertradition

Die Schneidertradition unseres Gewandhauses geht zurück bis ins 17. Jahrhundert. Im Jahre 1657, in der Hochphase des Barockzeitalters, erlernt unser Urahn Hanns Leopold den Beruf des Schneiders. Später bringt er es bis zum Hofschneider der Kurfürstin Adelaide und ihres Gemahls Kurfürst Ferdinand Maria in der Münchner Residenz. Seither haben elf Generationen Schneidermeister den Familienbetrieb ununterbrochen fortgeführt und noch heute ist unsere hauseigene Schneiderei ein zentrales Element unserer Identität.

1657 bis heute

Unsere Geschichte seit 1657

1657

Hanns Leopold, unser Urahn, ergreift den Beruf des Schneiders.

1665

Hanns Leopold wird Hofschneider beim bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria.

1707 

Johann Anton Leopold, Hanns Sohn, heiratet in die Schneiderei Thoma in Dachau ein.

1741

Maria Katharina Leopold, Johanns Tochter, heiratet den Schneider Friedrich Wenning.

1761

Georg Wenning, Marias Sohn und späterer Schneidermeister wird geboren.

1792

Micheal Wenning, Georgs Sohn und späterer Schneidermeister und Magistratsrat wird geboren.

1843

Benno Wenning, Michaels Sohn, erwirbt die Schneiderrechte in Erding.

1862

Franz Xaver Wenning, Bennos Sohn, führt die Schneiderei in Erding weiter.

1899

Hugo Gruber, Franz Xavers Pflegesohn, übernimmt die Schneiderei in Erding.

1956

Alois Gruber, Hugos Sohn, übernimmt die Leitung der Schneiderei.

1967

Alois eröffnet das Gewandhaus in der Langen Zeile. 

1975

Hugo Gruber, Alois Sohn, übernimmt die Leitung des Gewandhauses.

1979

Eröffnung des Gewandhauses in Dorfen.

1984

Eröffnung des Gewandhauses in Wasserburg.  

2007

Das Gewandhaus Gruber feiert 350 Jahre Schneidertradition.

2010

Eröffnung des Gewandhauses in Freising.  

2012

Erweiterung des Haupthauses in Erding auf über 10.000m². 

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Unser erster Kunde

Unser erster Kunde

Die Schneidertradition des Gewandhauses hat ihre Wurzeln am bayerischen Kurfürstenhof im Zeitalter des Barock. 1657 ergriff Hanns Leopold den Beruf des Schneiders und wurde schließlich sogar Hofschneider des bayerischen Kurfürsten Ferdinand Maria und dessen Gemahlin Adelaide. Hanns Leopold ist der Ursprung der elf Generationen umfassenden Schneidertradition des heutigen Familienunternehmens. Seit 1665 folgte ununterbrochen ein Schneidermeister auf den anderen, bis zum heutigen Tag, an dem auch zwei Juniorchefs Schneider und Modedesigner sind.

Heute erscheint die prunkvolle Mode, aber auch der verschwenderisch ornamentale Baustil des Barock wie aus einer wunderbaren fernen Welt voller Rüschen & Gold, Schlössern & Prinzessinnen. Tatsächlich aber lebten die Menschen im Barock in einem fast aktuell scheinenden Zwiespalt: Kriege & Armut auf der einen, Lebensgier & nie gekannte Pracht auf der anderen Seite. Der 30 jährige Krieg hatte ganz Europa verwüstet und dennoch, oder gerade deswegen entstand das barocke Lebensgefühl. Viele Errungenschaften dieser Zeit prägen unser Weltbild bis heute: Unzählige Schlösser wurden gebaut, die Oper erfunden, die Globalisierung und der Welthandel voran getrieben und die Wissenschaft rückte die Sonne in den Mittelpunkt des Universums.
Die Mode war ein Fest aus Puder & Perücken, Dekolletés & Brokat. Die adeligen Höfe, allen voran der Französische, setzten die Trends, die europaweit Anklang fanden. Genauso wie auch heute noch die namhaften Designer ihre Kreationen mit großem Prunk in Paris, noch immer die Hauptstadt der Mode, vorstellen.

In 360 Jahren ändert sich fast nichts, aber dennoch alles. Genau wie im Gewandhaus Gruber.

 

Bayerische Haute-Couture

Bayerische Haute-Couture

In Dachau entwickelt sich bayerische Haute-Couture, denn Johann Anton, Sohn des kurfürstlichen Hofschneiders, zieht es der Liebe wegen dorthin. Die Tochter der bekannten Schneiderei Thoma hat sein Herz gewonnen. Man bleibt der Schneiderskunst treu und führt die Schneiderei fort. Ihr einziges Kind Barbara erwählt sich Friedrich Wenning aus Auerbach in der Oberpfalz zum Partner ihres Lebens. Sein Beruf: Schneidergeselle. Von nun an bürgt der Name Wenning für hohe bayerische Schneiderkunst. Ihm folgt sein Sohn Georg "Kleidermacher und Magistratsrat". Dessen Sohn Michael heiratet die Schneiderstochter Anna Rauffer. Deren Söhne, vier an der Zahl, verteilen sich in die - zum damaligen Zeitpunkt - weite Welt. Einer bleibt in Dachau, einer zieht nach Rosenheim, einen zieht es über den "großen Teich" nach Amerika und Benno verschlägt es nach Erding, wo er die Schneiderrechte erwirbt.

Schneidertradition in Erding

Schneidertradition in Erding  

Benno Wenning erwirbt am 18.4.1843 die Schneiderrechte in Erding, heiratet und wird Vater von zehn Kindern. Das Glück währt aber nicht lange. Benno stirbt mit nur 46 Jahren an Schwindsucht, wie auch seine Frau. Zehn Waisenkinder bleiben elternlos zurück.

Franz-Xaver, ihr Ältester, ist gerade einmal 16 Jahre jung, als er die Rolle des Familienoberhauptes für seine restlichen neun Geschwister übernimmt. Aus dem Krieg 1870/71 kehrt er unversehrt und mit einer Tapferkeitsmedaille geehrt zurück. Er ist musikalisch hochbegabt und von gewitztem Humor. Als Hochzeitslader ist er landauf und landab sehr gefragt. Aber auch die Schneiderkunst betreibt er mit Leidenschaft. Seine Frau Anna schenkt ihm den Sohn Simon, doch dessen große musikalische Hoffnungen enden in einem frühen Tod. Ein Trost ist, dass die beiden ihren Neffen Hugo Gruber in die Familie aufgenommen haben. Von seinem Ziehvater erlernt auch Hugo das Schneiderhandwerk.

Gruber - Schneider

Gruber - Schneider

Hugo Gruber ist 21 Jahre alt, als sein Ziehvater Wenning überraschend stirbt und er 1899 die Schneiderei seiner Pflegeeltern übernimmt. Nach den modernsten Erkenntnissen will er seinen Kunden zu Diensten sein. Auf der Deutschen Bekleidungsakademie zu München vertieft er sein Wissen. Mit ihm wird der Name Gruber-Schneider ein Synonym für hohe Qualität, Zuverlässigkeit und modische Aktualität.

Noch wird jeder Anzug, jedes Kostüm, jede Hose und jeder Mantel maßgefertigt. Gemeinsam mit seiner Frau Therese, die erst nach ihrem 100. Geburtstag die Nadel fallen lässt, legt er den Grundstein und die Leitgedanken für das zukünftige Gewandhaus.

Sein Sohn Alois und dessen Frau Leopoldine beginnen mit dem langsamen aber stetigen Aufbau des Gewandhauses. 50 glückliche Jahre verbringen die beiden gemeinsam. Sie verabschiedensich "ungern, aber zufrieden". Ihr Gewandhaus wird nach dem Tod der beiden von ihrem Sohn Hugo Gruber weiter geführt.

Das Gewandhaus heute

360 Jahre Mut zur Zukunft

Inzwischen sind zum Gewandhaus in Erding Filialen in Dorfen, Wasserburg und Freising hinzugekommen. 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen mit ihrer kompetenten Beratung, dem umfangreichen Service und ihrer ehrlichen Herzlichkeit für ein ganz besonderes Einkaufserlebnis.